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Dienstag, den 8. April 2008
Brazey-en-Plaine → Vougeot (26 km)

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Der freundliche Bar- und Hotelchef.

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Warm eingepackter Pilger

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Ein Schlenker nach rechts zur Abbaye de Cîteaux

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Kapelle der Ur-Zisterzienser-Abtei Cîteaux

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Nachdenkliches in der Zisterzienser-Abtei Cîteaux

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Immer am Bach lang...

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Romantisches Vougeot.

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Das Häuschen am Jakobsweg

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Die junge Familie, die mich so herzlich aufgenommen hat.
Yves, Timothée, Iona, Anissa, Sabina.

Erst mal gab's heute morgen ein richtig gutes französisches Frühstück mit krachend knirschend frischem Baguette. Dann gab's auch noch einen Sonderpreis und ein Foto vom den netten Chef und auch eines von mir (na ja, man wird nicht jünger, oder doch?). Dann lief ich zur Ur-Zisterzienser-Abtei Citeaux und kochte dort eine Tüten-Ministrone, weil das Teil von außen überhaupt nicht eindrucksvoll aussah. Allerdings muss da nach Saisonbeginn am 1. Mai einiges geboten werden; in sich hinein hören statt Geschwätz ist dann das Motto bei dem großen Rundgang.

Dann irgendwann endlich am Ziel Vougeot (sprich Wuschoh, wie Pöscho) und keine Ahnung, wo unter kommen. Da kommt mir als erste eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern und einem leeren Kinderwagen entgegen. Ich frage sie totesmutig mit meinem, na ja Französisch, ob sie mir eine billige Pilgerunterkunft weiß. Ha, ha, alles sehr, sehr teuer hier im Rotweinparadies sagt sie. Irgendwann lädt sie mich zum Abendessen ein und dann bietet sie mir noch ein Häuschen zum Schlafen an. Dieses Häuschen ist total knuddelig und komplett eingerichtet (und liegt direkt am Jakobsweg). Später beim Abendessen unterhalten wir uns zu sechst auf französisch, englisch und deutsch. Es gibt Broccoliauflauf und Spätzle in der Bratpfanne. Ich erzähle von meinen Horrorjahren als Lehrer im Spätzleuniversum Kreis Rottweil. Die Kinder sind sehr süß; der siebenjährige Junge und das vierjährige Mädchen beschäftigen sich die ganze Zeit neben dem Essen mit dem sieben Monate alten Baby, das lacht und fröhlich quikt .

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Eine Erde des Schweigens,
wo der Mensch Wort hält

Du, der Du in diesen Ort eintrittst, denke daran, dass
er Jahrhunderte lang eine Erde des Schweigens
war, wo der Mensch Wort hält. Für Dich, der Du die
Schwelle überschreitest, ist dies auch heute noch seine
Bestimmung.

Wenn Du seine Botschaft hören willst, seine Geschichte
verstehen willst, sein Mysterium erfassen willst, lass
Dein Geschwätz verstummen und nimm Dir Zeit. Diese
Wälder, diese Steine, diese Mauern und diese Erde,
die Menschen, die hier leben, laden Dich ein, das Beste
Deines eigenen Inneren zu erwandern.

Bist Du je diesen Weg gegangen, wo die ganze Welt in
ihrer Jugendfrische erscheint, neu und rein wie das
Wasser, das aus der Quelle sprudelt? Hast Du je daran
gedacht, dass diese Quelle aus dem Innersten Deiner
selbst sprudelt - unerschöpflich, freudig
und brüderlich?

Seit neunhundert Jahren bestehen Cîteaux
und die ganze Zisterzienserfamilie nur, um diese Quelle
leichter zu erschließen.Während Du diesen Ort
durchwanderst, lausche von ganzem Herzen dem, der
Dich fand, bevor Du selbst ihn suchtest:
Er ist die Liebe, die aus Dir strömt, unendlich und
ständig neu.

F. Olivier Quenardel

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Dienstag, den 8. April 2008
Brazey-en-Plaine → Vougeot (26 km)

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Zurückgelegte Gesamt-Strecke: 380 km/2.035 km