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Als ersten Beitrag hier eine Schilderung über den Franziskusweg "Cammino di Assisi" von Dovadola nach Assisi (~300 km) im April 2014 von Stefan Walkenbach mit Boarder Collie "Socke":

Cammino di Assisi: Auf den Spuren des Franziskus

Dieser Pilgerweg folgt den Spuren des Heiligen auf einer Länge von mehr als 300 km durch die wunderschöne Emilia Romagna, die hügelige Toskana und das grüne Umbrien. Auf diesem Pilgerweg begegnet der Pilger den hohen Bergen und einsamen Almen der Apenninen, mystischen Klöstern und franziskanischen Gebetsplätzen. Dieser Weg ist weitestgehend mit einem gelben Tau, dem Zeichen der Franziskaner, markiert.

Als mein Hund „Socke“ im vergangen Jahr sich nach einer schweren Krankheit, die beinahe tödlich für ihn ausgegangen wäre, wieder erholt hatte, kam mir die Idee sich für das neue geschenkte Leben bei seinem Tierschutzpatron „Franziskus“ mit einer Pilgerreise zu danken – auf die einzigste Art die ein Pilger kennt: gehend unterwegs!

Socke und Stefan in Trier.

Nach einer gewissen Vorbereitungszeit musste ich feststellen, dass es bislang kaum offizielle Pilgerunterkünfte auf dem Franziskusweg gibt. Allerdings bieten immer mehr Rifugios und Klöster einfache Unterkünfte an und man beginnt sich vermehrt auf Franziskuspilger einzustellen. Mit einigen Zweifeln im Gepäck (keine ital. Sprachkenntnisse, wie wird der Hund in Italien akzeptiert, in den Herbergen, wie ist die Wegebeschaffenheit u. Wegemarkierung?) machten wir uns zunächst mit dem PKW auf nach Italien zum Startpunkt des Pilgerweges (Dovadola/südlich von Bologna).

Dass der Pilgerweg längst nicht so bekannt ist, wie der Jakobsweg in Spanien, merkte ich schnell nach der Aushändigung des Pilgerpasses am zuständigen Pfarrbüro vor Ort. Ich erhielt den Pilgerpass mit der Startnummer 2 für dieses Jahr.

Wird der Pilger in Spanien auf manchen Abschnitten mit einer stets am Morgen früh aufbrechenden Pilgerschar auf dem Weg überrannt (da es gilt bereits am Nachmittag in den überfüllten Refugios ein begehrtes Pilgerbett zu ergattern), so ist man auf dem Franziskusweg absolut auf sich alleine gestellt und kann umso mehr die wunderschöne Natur und Landschaft bewundern.

Eremo di Montecasale (oberhalb von Sansepolcro).

Es galt schweißtreibende, steile schneebedeckte Bergabschnitte des Apennins immer wieder zu überwinden - hinauf zu einsam gelegenen Einsiedeleien, in denen noch wenige Mönche, leben. Franziskus liebte diese Orte, waren sie doch abgeschieden und ruhig, geeignet für sein schlichtes, asketisches Leben in der Einsamkeit, Meditation und Gebet. Die oftmals spektakulären Lagen der Einsiedeleien auf einen kühnen Felspfeiler auf den Bergen, erinnert dabei an griech. Klöster. Insgesamt wurden auf diesem Weg 18.000 (!) Höhenmeter überwunden (Quellenangabe: Ferdinand Treml/Der Pilgerweg nach Rom; für diesen Abschnitt ).

Auf dem Weg nach Lama...

Der Weg war geprägt von so vielen herzlichen Begegnungen. Trotz der Sprachbarriere wurden wir stets liebevoll in den Herbergen u. Agriturismen (Bauernhöfe/Landwirtschaft) aufgenommen (sogar für den Hund wurde abends extra ein Teller mit Pasta u. Hackfleisch gekocht u. morgens ein extra Knochen mit auf den Weg gegeben!).

Kurz vor Assisi, bevor es noch mal den Berg hinauf geht.

Erhalten Pilger in Spanien/Santiago die Compostela, so erhält man in Assisi als Franziskuspilger die Assisiana – das Zertifikat der Wallfahrt. Diese bezeugt, dass man die franziskanischen Pfade zu Fuß abgelaufen ist in Form eine Pilgerweges u. am Ende die päpstliche Basilika neben dem Grab des Heiligen in Assisi besucht hat. Hier eine riesige Überraschung im Pilgerbüro: So hatte man hier neben meiner Pilgerurkunde doch extra für „Socke“ eine Pilgerurkunde vorbereitet und ausgehändigt.

Neben der Freude über die Ankunft ist der Pilger meist auch ein wenig verunsichert, angesichts des touristischen Betriebs im weltberühmten Wallfahrtsort. Anders als in Santiago de Compostela wirken Fußpilger hier noch sehr exotisch. Inmitten der zahllosen Besucher aus aller Welt, findet unser stilles Pilgern durch einsame wunderschöne Landschaft sein Ende.

Stefan und Socke am Ziel in Assisi. Im Hintergrund die Basilika San Francesco.

© 2014 Stefan Walkenbach